In unserer heutigen schnelllebigen Welt streben viele Menschen danach, auf schnelle Weise finanzielle Erfolge zu erzielen. Hierdurch hat das Interesse an Online-Investitionsangeboten in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

In dem Glauben online eine gute persönliche Beratung erhalten zu haben und ein unschlagbares Angebot ausfindig gemacht zu haben, investieren sie in der Hoffnung auf das schnelle Geld.

Doch leider sieht die Wahrheit oft anders aus: Betrüger haben sich diese Entwicklungen zu Nutze gemacht, um ahnungslose Investoren zu täuschen und ihre finanziellen Ambitionen auszunutzen.

Die Folge: Das einst so hoffnungsvoll investierte Geld verschwindet unwiederbringlich auf zweifelhaften Trading-Plattformen.

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Quelle: Pixabay

Was versteht man unter dem Begriff Cybertrading?

Cybertrading ist eine Form des Anlagebetrugs, strafbar nach §263 Abs. 5 StGB.
Um ein gewisses Grundverständnis für die Thematik zu erlangen, folgt eine Erklärung zum Begriff des Anlagebetrugs (allg.):„Bei einem Anlagebetrug handelt es sich um eine Betrugsart, bei welcher die Anleger durch die Täterschaft über das Investment in eine bestimmte Kapitalanlage getäuscht und damit vorsätzlich um ihre Ersparnisse gebracht werden“.

Wie läuft ein Anlagebetrug ab?

Um die Vorgehensweise der Täter verständlich darzustellen, kann dieser in mehrere Phasen untergliedert werden:

Die geschädigte Person stößt im Internet auf eine vielversprechende Werbeanzeige, welche damit wirbt einfach und schnell finanzielle Erfolge zu erreichen. Die Webseiten sind meist professionell erstellt und unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht von legalen Webseiten.

Sobald die Werbeanzeige durch die geschädigte Person angeklickt wird, wird diese zumeist auf eine so genannte Landing Page weitergeleitet. Auf dieser Seite wird die geschädigte Person dann dazu aufgefordert, die eigenen Kontaktdaten anzugeben. Meistens werden der Name, die E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer erfragt.

Nachdem die Kontaktdaten in Phase 2 durch die geschädigte Person selbst angegeben wurden, nehmen die Täter Kontakt zu diesen auf. Oft geschieht dies per Telefon. Der Anruf geht von einer Deutsch sprechenden Person aus, welche sich als Mitarbeiter einer Trading-Plattform vorstellt.

Hierbei geht es den Tätern darum, persönlichen Kontakt zu den Geschädigten aufzunehmen und deren finanzielle Situation abzuklären.

* Eine Conversion beschreibt im Online-Marketing meistens die Umwandlung eines Interessenten in einen Kunden (Wikipedia)

In der Regel wird den Geschädigten eine Erstinvestition in Höhe von 250,00 Euro angeboten. Hauptsächlich deswegen, da die Hemmschwelle bei den meisten Personen durch diesen vergleichsweise „niedrigen“ Betrag sinkt und die Täter so das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und den Geschädigten aufbauen können.

Im Zuge dieser Erstinvestition, werden die Geschädigten oft durch einen Verifikationsprozess geführt. Hierbei wird vom Kunden verlangt, ein aktuelles Ausweisdokument oder vergleichbares zu übermitteln, damit so die Registrierung und die anschließende Nutzung des Trading-Accounts gewährleistet werden kann.

Nach der Registrierung werden die Geschädigten von ihrem persönlichen Berater kontaktiert. Es wird folglich ein Vertrauensverhältnis zwischen den Tätern und den Geschädigten aufgebaut, das häufig über Monate hinweg gepflegt wird. Zudem werden die Geschädigten davon überzeugt, dass sich das von ihnen getätigte Investment bestens entwickelt und weitere Einzahlungen nur von Vorteil wären.

*Es geht darum, bestehende Kundenbeziehungen zu intensivieren (Quelle: Vertus.co)

Zu diesem Zeitpunkt verfügen die Geschädigten häufig nicht mehr über die nötigen finanziellen Mittel um weitere Investitionen zu tätigen. Seitens der Geschädigten wird nun zumeist eine Auszahlung aus dem bereits investierten oder angeblich „gewonnenen“ Geld verlangt.

Um dies zu umgehen werden im Folgeschluss diverse Hinhaltestrategien durch die Täter ausgespielt, seien es angebliche Technik-Probleme, Komplikationen mit den Finanzbehörden, usw.

Den Geschädigten soll in dieser Phase das letzte Geld aus den Taschen gezogen werden. Unter unterschiedlichsten Vorwänden (z.B. sollen Steuern beglichen werden, bevor das gewünschte Geld ausgezahlt werden kann) geben die Täter noch einmal alles um eine letzte Zahlung von den Geschädigten zu erhalten.

Wenn die Täter der Meinung sind, dass bei einem Geschädigten nichts mehr zu holen ist, bricht der Kontakt zwischen den beiden nicht selten komplett ab. Den Geschädigten wird entweder vorgespielt, dass plötzlich massive Verluste eingefahren wurden und das investierte Geld somit komplett verloren gegangen ist, oder das jeweilige Kundenkonto des Geschädigten wird gesperrt, wenn nicht sogar die ganze Plattform offline genommen wird.

Wie sehen die Fallzahlen im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen aus?

Das Polizeipräsidium Aalen setzt sich aus den drei Landkreisen Rems-Murr-Kreis, Ostalb-Kreis und Schwäbisch Hall zusammen.

Die Fallzahlen im Jahr 2022 lagen bei 144 und die Schadenssumme bei 5.196.088,80 Euro.

Für das laufende Jahr 2023 ist ein tendenzieller Anstieg zu erwarten.

Wie kann ich einen Anlagebetrug erkennen?

Was tun, wenn es zu spät ist?

Sollten Sie selbst das Gefühl haben einem Betrug zum Opfer gefallen zu sein, zögern Sie nicht ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle zu kontaktieren. Wenn Sie sich fragen, wo genau sich die für Sie zuständige Polizeidienststelle befindet, können Sie dies der untenstehenden Auflistung entnehmen.

Tätigen Sie auf keinen Fall weitere Investitionen, wenn Sie Zweifel an der Seriosität der Geldanlage haben und lassen Sie sich nicht durch forsche Forderungen durch Ihren „Finanzagenten“ dazu bewegen. Sollte es sich um eine seriöse Plattform handeln, wird sie niemand dazu zwingen Überweisungen gegen Ihren Willen zu tätigen.

Sperren Sie sämtliche Konten die in Verbindung mit den getätigten Investitionen stehen und kontaktieren sie ihre Bank um bereits getätigte Zahlungen möglicherweise zu widerrufen. Versuchen Sie sich alle wichtigen Daten zu notieren, diese sind später für die Ermittlungen der Kriminalpolizei entscheidend.

  • Listen Sie alle getätigten Zahlungen auf. Wenn möglich ergänzen Sie zu jeder einzelnen Transaktion das Datum, den Betrag und den Empfänger.
  • Notieren Sie sich alle Telefonnummern und E-Mail-Adressen über die Sie von der Täterschaft kontaktiert wurden.
  • Wissen Sie noch auf welcher Trading-Plattform sie investiert haben? Falls ja, speichern Sie sich den Link zu dieser ab oder ergänzen diesen zu ihren Notizen.
  • Des Weiteren notieren Sie bitte ihre persönliche Identifikationsnummer, sollte eine Fernwartungssoftware benutzt worden sein.
  • Sichern Sie Chat-Verläufe falls vorhanden.
  • Nehmen Sie all diese und sonstige weitere relevanten Informationen mit zur Anzeigeerstattung und teilen Sie diese dem für Sie zuständigen Beamten mit.

Wenn Sie erkennen, dass Sie Opfer einer Straftat wurden, scheuen Sie sich nicht sofort bei örtlichen Polizeirevier Strafanzeige zu erstatten!

Polizeirevier Backnang
Aspacher Straße 75, 71522 Backnang
Telefon: 07191 909-0
Telefax: 07151/502859-121
E-Mail: backnang.prev@polizei.bwl.de

Polizeirevier Schorndorf
Grabenstraße 28/1, 73614 Schorndorf,
Telefon: 07181 204-0
Telefax: 07151/502859-127
E-Mail: schorndorf.prev@polizei.bwl.de

Polizeirevier Winnenden
Eugenstraße 5, 71364 Winnenden
Tel: 07195/6 94-0
Telefax: 07151/502859-129
E-Mail: winnenden.prev@polizei.bwl.de

Polizeirevier Fellbach
Cannstatter Straße 16, 70734 Fellbach
Telefon: 0711/5772-0
Telefax: 07151/502859-124
E-Mail: fellbach.prev@polizei.bwl.de

Polizeirevier Waiblingen
Alter Postplatz 20, 71332 Waiblingen
Telefon: 07151/950-4 22
Telefax: 07151/502859-128
E-Mail: waiblingen.prev@polizei.bwl.de